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Coaching: Hype oder Wunderwaffe?

Aktualisiert: 12. Juni

Fragen und Vorurteile auf dem Prüfstand


Hast du auch das Gefühl, dass sich alle momentan über Mental Health und Work-Life-Balance Gedanken machen? Gehörst du auch dazu? Beides wird aktuell viel diskutiert. Klar ist: Die Leute wollen sich mehr um ihr mentales Wohlbefinden kümmern. Für mich ist das ein positiver Trend in die richtige Richtung. Die Frage bleibt nur: Wie mache ich das? Die Antwort im Netz: Coaching, Retreats, Yoga, Achtsamkeitsübungen… die Liste ist lang und meine Social Media voll mit Angeboten. Die Claims sind groß, meine Vorurteile auch. 


Mit dieser Blogpost-Reihe möchte ich einmal alle möglichen Vorurteile und Fragen bezüglich Coaching beleuchten, um dir dabei zu helfen, die Frage nach dem “Wie” zu beantworten. Schließlich erzählen mir viele Freunde, Kolleg:innen und Bekannte, dass ihnen Coaching langfristig dabei geholfen hat z.B. ihre Stärken und Schwächen genauer kennenzulernen, ihre Ressourcen besser einzusetzen, Entscheidungen zu treffen oder in ihrem  Beruf/Leben die nächsten Schritte zu gehen. 


Über die nächsten vier Blog-Posts möchte ich folgende Fragen für dich klären: 


  1. Was ist eigentlich Coaching und wäre das was für mich/dich? 

  2. Coaching vs. Therapie - Was ist da der große Unterschied?

  3. Ist das nicht alles Geldabzocke? 

  4. Und: Was kann Coach-Wave eigentlich für mich tun? 



Was ist eigentlich Coaching?


“Den Begriff Coach kenne ich nur aus dem Sport, was hat das mit meinem Leben zu tun?”


Du kennst bestimmt den Begriff Trainer:in im Sport. Ein Coach ist quasi dasselbe, nur eben ein/e Trainer:in für das Spiel des Lebens. Das Schöne am Coaching ist, dass ein guter Coach dafür ausgebildet ist, dir dabei zu helfen, dein “Tor” zu finden und zu treffen, auf deinem thematischen Spielfeld, in deinem Tempo. 


Ähnlich wie beim Sport gibt es ganz viele verschiedene Arten von Coaching, je nach Lebensabschnitt und Rolle (Spielposition). So gibt es zum Beispiel Karriere/Business-Coaching, Life-Coaching, Familien-Coaching, etc.


Ein typisches Coaching dauert etwa ein bis zwei Stunden und findet, je nach Möglichkeiten und Präferenz, in Person oder online statt. Die Grundeinstellung beim Coaching ist, dass wir alle das nötige Rüstzeug in uns haben, um ein erfüllendes Leben zu führen. Allerdings fehlt uns manchmal der Zugang zu unseren Ressourcen. Genau da kann ein professionelles Coaching helfen, neue Perspektiven zu eröffnen und die nächsten Schritte gehen zu können. Manchmal genügt bereits ein einmaliges Coaching, um die Perspektive zu ändern und Motivation für die nächsten Schritte zu finden. Manchmal braucht es auch mehrere Sitzungen - das hängt ganz vom Thema ab. Prinzipiell kann man unter Coaching also einen Prozess verstehen, indem ein Coach dich, als Coachee (Coachee nennt man den/die Kund:in eines Coachings), lösungsorientiert berät und auf deinem individuellen Weg temporär unterstützend begleitet. 


Wäre Coaching was für mich? 


“Mir geht es doch gar nicht so schlecht und für meine Themen ist es bestimmt nicht das Richtige…”


Coaching ist für viele eine super Ressource, für die kleineren und größeren Themen. In einem Satz kann man die Vielfalt der Themen, die man mit einem Coaching bearbeiten kann, gar nicht zusammenfassen. Coaching versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Du kannst es als Unterstützung ansehen, bei der du nachweislich helfende Tipps und Tricks an die Hand bekommst, um deine Ziele zu erreichen. Am Ende eines Coachings hast du mit qualifizierten psychologischen Expert:innen eine Strategie für DICH erarbeitet, die dir dabei hilft, deinen individuellen Weg zu gehen. Ein guter Coach erarbeitet mit dir, was dir bei deinem individuellen Problem wichtig ist, was dich stört und was Möglichkeiten sind mit deiner Situation umzugehen. Daher kann man beim Coaching viele Themen abdecken, hier nur ein paar Beispiele: Entscheidungsfindung, Motivation, Umgang mit Stress, Ängsten oder schwierigen Phasen, Familienleben, Zeitmanagement, nächste Schritte im Beruf oder im Leben… Unterschiedliche Coaches haben unterschiedliche Spezialisierungen. Es gibt also für unglaublich viele Themen qualifizierte Coaches, man muss die “richtige” Person nur finden. 


Das Ziel eines qualitativen Coachings und auch von einem guten Coach ist es nicht, dich abhängig von den Anweisungen, Gesprächen o.Ä. zu machen oder gar dich zu “brain-washen”. Stattdessen geht es vielmehr darum, dich zur Selbstständigkeit und Selbsteffizienz anzuregen. Im “best case” kannst Du schon nach einer Sitzung deine Frage(-n) beantworten. 


Die Intensität, Anzahl und das Thema der Sessions unterliegen jeder Zeit deiner Kontrolle. Wenn du während oder nach einer Session merkst, dass es dir nicht gefällt oder du erstmal keinen weiteren Bedarf hast, hörst du einfach auf. Bei einem qualifizierten Coach, bestimmst du das Tempo 100% selbst und wirst zu nichts gezwungen oder überredet! Ziel sind nicht viele teure Sitzungen, sondern eine qualitative Zusammenarbeit für langfristige positive Veränderungen. 


Natürlich kannst du auch Bücher lesen und/oder mit deinen Liebsten reden oder Themen einfach verdrängen. Aber erstens sind verdrängte Themen später immer noch da. Zweitens sind Bücher passive Medien, die nicht aktiv auf dich eingehen können, und drittens haben deine Liebsten oft voreingenommene Einstellungen und ihr eigenes Leben. Das kann dir zwar helfen und dich auch weiterbringen, aber wirklich neutral oder professionell sind diese Meinungen oft nicht. Deswegen kann es zusätzlich oft wahnsinnig helfen mit einer außenstehenden, professionellen Person, deine Themen zu besprechen, um nochmal oder erstmals neue Perspektiven auf (vielleicht schon festgefahrene) Themen und Muster zu bekommen. 


Im nächsten Blog schaue ich mir mit dir den Unterschied zwischen Coaching und Therapie an. Insbesondere bei jungen Menschen scheinen die Begriffe viel genutzt zu werden, oft auch ohne große Differenzierung. Was ist da eigentlich der große Unterschied? Wann ist eine Therapie das richtige? Wann ist ein Coaching das richtige?



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